D - Audio-Stadtrundgang « Das historische Zentrum von Troyes »

Cultureel in Troyes

4.4 km
Te voet
2h 30min
Makkelijk
Parcours audio-guidé.JPG©Troyes Champagne Tourisme
  • Der Audiostadtrundgang ermöglicht Ihnen ein freies Erkunden der wichtigsten Orte der Stadt Troyes – gleichzeitig profitieren Sie von den Erklärungen Ihres touristischen Audioführers.
  • Hoogteverschil
    34.9 m
  • Documentatie
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Bezienswaardigheid
1 Einführung : die Geschichte von Troyes
Wir heißen Sie herzlich in Troyes, in der Champagne, willkommen.
Hier beginnt Ihre Entdeckungsreise ungeahnter Reichtümer.
Zögern Sie nicht, einen Spaziergang durch die gepflasterten Gässchen zu unternehmen und den Blick über die Fassaden schweifen zu lassen. Dort erwartet Sie Wunderbares!
Ein toller Spaziergang...

Falls Sie es noch nicht wussten: Troyes hat die Form eines Korkens. Um es genau zu sagen, eines Champagnerkorkens! Lustig, nicht wahr?
Aube ist neben Marne das wichtigste Department, was die Produktion dieses köstlichen Schaumweins angeht.
Übrigens sprudelt die Stadt ganz wie das berühmte Getränk. Lassen Sie sich Schritt für Schritt von der Schönheit berauschen, die die historische Hauptstadt der Champagne zu bieten hat.
Dieser Bummel führt Sie in das Innere einer Stadt, der es gelungen ist, weite Teile ihrer fabelhaften Vergangenheit zu erhalten und wieder herzustellen. Es fehlen zum Glück nur die Mauern, die die Stadt umgaben und schon vor langer Zeit durch Gärten oder von Bäumen gesäumte Promenaden ersetzt wurden.
Denn diese sind es, die aus der Luftansicht – wie auf dem Plan und den Postkarten zu sehen – Troyes diese einzigartige Korkenform geben.
Die erste Stadt hatte einen kleineren Umfang. Die Tricasses waren ein Volksstamm der Gallier und entschieden sich, sich hier in einer der schützenden Windungen der Seine niederzulassen.
In der galloromanischen Epoche hieß ihre Stadt zu Ehren des Kaisers Augustus Augustobona. Aus ihr wurde Troyes, die so ihre Wurzeln der Tricasses wieder findet...
2 Das Rathaus
Geben Sie nichts auf die revolutionäre Devise auf der Fassade im Stil Louis XIII des Rathauses. „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit oder ....Tod“.
Aber nein... ich versichere Ihnen die Bewohner von Troyes, friedliebende und gastfreundliche Menschen sind.
Auf dem belebten Platz hören Sie das Herz der Stadt schlagen...
Hört, hört! Im Sommer, während lauer Nächte, wehen die Noten des Festivals „Ville en Musiques, Stadt aus Musik, in alle Ecken der Stadt.
Hört, hört! Im Herbst findet dann das Festival „Nuits de Champagne“, Nächte der Champagne, statt, das mit seinen Plakaten und jungen Talenten wahre Menschenmassen anzieht. Diese Veranstaltung ist dem Gesang und dem französischen Chanson gewidmet und versammelt 900 Chorsänger aus ganz Frankreich.
Hört, hört! Das ganze Jahr über bieten die Theater und Museen Aufführungen und Ausstellungen erster Klasse.
Was die „Nuits du Patrimoine“, die Nächte des Kulturerbes und die 48 Stunden der Oldtimer anbetrifft, so finden diese namhaften Veranstaltungen alle zwei Jahre statt.
Es gibt unzählige Gelegenheiten, nach Troyes zurückzukommen, um dort spazieren zu gehen und schöne Momente zu teilen.
Also eine gewisse Lebensart...
3 Des Platz St Remy und Les Halles

Nach der geistige Nahrung kosten wir jetzt die weltliche Nahrung!
Les Halles „Baltard“, die den großen Markt beherbergen, wurden 1874 dort errichtet, wo früher eine von François Pithou 1562 gegründete Schule stand.
Ein gutes Jahrhundert später wurden sie renoviert und erstrahlen nun wieder in neuer Frische.
Sehen Sie sich ein wenig um, damit Sie die besten regionalen Produkte probieren können,
so z.B.... die berühmte Andouillette (Gekrösewurst)!
Man genießt sie kurz gegrillt oder aber im Schmortopf gekocht und in einer Sauce aus Champagner. Unter ihren bedingungslosen Anhängern befinden sich die Mitglieder der Gesellschaft der Liebhaber der authentischen Andouillettes...
Die Abkürzung der französischen Bezeichnung ist AAAAA!!! Sie verleihen ihr ein richtiges Qualitätslabel!
Der Chaource, mmmm...cremiger Käse aus Kuhmilch, der sich mit dem Stempel geprüfter Herkunftsbezeichnung schmücken darf. Ganz genau so wie der göttliche Champagner und der unvergleichliche Rosé aus Riceys.
Probieren Sie auch den Cidre aus Othe, das Sauerkraut aus Brienne-le-Château und die anderen schmackhaften Produkte direkt vom Bauernhof, über die dieses Department im Überfluss verfügt.
An bestimmten Tagen breitet sich der Markt bis auf den Vorplatz der Kirche Saint-Rémy aus, eine gedrungene Kirche aus dem 14. und 16. Jahrhundert, die sich von ihren Schwestern durch einen leicht ländlichen Touch und eine Turmspitze abhebt, die gedreht und spitz ist.
4 Die Form des Champagnerkorkens
In Troyes spricht man oft vom Champagnerkorken. Und dies nicht nur, weil wir uns mitten in einer Region befinden, die einen hervorragenden Perlwein hervorbringt, der zu den bekanntesten und geschätztesten weltweit zählt...
Nein! Man meint damit auch die Form der Stadt; von oben gesehen erinnert der Umriss nämlich in der Tat an einen Champagnerkorken.
Ihre Umrisse verdankt die Stadt nämlich den Windungen der Seine sowie den Spuren, die unsere Stadtmauer hinterlassen hat, als man diese eingerissen hat. An deren Stelle haben die damaligen Stadtplaner große, von Bäumen gesäumte Boulevards gezeichnet und anstelle der zugeschütteten Gräben große Gärten.
Wundern Sie sich auch nicht, wenn jemand vom Körper und Kopf des Champagnerkorkens spricht.
Der Körper ist, kurz gesagt, der Teil, der den Stadtkern aus der Renaissance um das Rathaus herum enthält.

Der Kopf – in dem Sie sich gerade befinden – ist die antike Wiege der Altstadt und Sitz der religiösen Macht, mit der Kathedrale als größtes Wahrzeichen.
Zwischen den beiden Teilen, direkt zwischen der Präfektur und dem Hôtel-Dieu-le-Comte, stellt der Haute-Seine-Kanal ein hervorragendes verbindendes Elementar.
5 Das Herz der Stadt
Troyes, die Stadt der Romantik, enthüllt seinen Zauber an poetischen und emotionalen Orten, von denen ein ganz besonderer Charme ausgeht, aber auch anhand von Personen, Tatsachen und Ereignissen, die den Ruf der Stadt begründeten.
Bisher verfügte die Stadt Troyes aufgrund ihres charakteristischen Grundrisses in Form eines Champagnerkorkens über einen „Kopf“ und einen „Fuß“. Ab sofort hat Troyes auch ein Herz. Die Skulptur, die von den lokalen Künstlern Michèle und Thierry Kayo-Houël geschaffen wurde, ragt über der restaurierten Uferpromenade des ehemaligen Kanals empor (wobei die stillgelegte Wasserstraße die Trennungslinie zwischen „Kopf“ und „Fuß“ des Korkens bildet). Die Skulptur, die in der Nacht durch Licht belebt wird, ist somit im wahrsten Sinne des Wortes das „Herz der Stadt“.
Troyes, die Stadt der höfischen Liebe.
Troyes war die Heimat von Chrétien de Troyes, dem Minnesänger und Begründer des modernen Romans.
Der Dichter verlieh seinen tapferen Ritter der Tafelrunde neben virilen Werten noch eine weitere Tugend: die Bereitschaft, vor einer schönen Dame in Verzückung zu geraten. „Qui aux dames ne porte honneur c’est qu’il n’a point d’honneur au cœur [Wer den Frauen keine Ehre erweist, dessen Ehre muss ganz dahin sein]“, mahnt Percevals Mutter ihren noch recht tölpelhaften Sohn, der in den Armen der sanften Blancheflor die Zärtlichkeit kennenlernen sollte.
Und wenn Percevals Suche nach dem Heiligen Gral nun genau das wäre, nämlich die Suche nach der Liebe einer Frau?

Auch Theobald IV., le Chansonnier oder Troubadour, der letzte Graf der unabhängigen Grafschaft Champagne, der in ihrer Hauptstadt Troyes wohnte, der ein ebenso stolzer Krieger wie belesener Gelehrter war, hinterließ mehrere Lieder, in denen das Gefühl der Liebe hochgepriesen wird:
Dame, quand je fus devant vous [Herrin, als ich vor Ihnen stand]
Et que je vous vis pour la première fois, [Und Sie zum ersten Mal erblickte,]
Mon cœur tressaillit tant [Erbebte mein Herz so sehr]
Qu’il vous resta à mon départ. [Dass es nach meinem Abschied bei Ihnen blieb.]
(Auszug aus dem Gedicht Je suis comme la licorne [Ich bin wie das Einhorn].)
Der Minnehof trifft sich in Troyes
Stammt die Redensart „jemanden den Hof machen“ wohlmöglich von den sogenannten Liebes- oder Minnehöfen? Nur einige wenige Städte in Frankreich besaßen das Privileg, Minnehöfe abzuhalten, bei denen an über Herzensangelegenheiten entschiede wurde. Troyes war eine von ihnen. In diesen „Gerichtshöfen“, bei denen eine adlige Dame den Vorsitz führte, wurden Streitigkeiten zwischen Eheleuten geschlichtet und über moralische Standpunkte debattiert. Das einzig gültige Gesetz war das Gesetz der höfischen Liebe, nach dem sich jede ehrwürdige Person zu verhalten hatte.
Hier wurden unter anderem Grundsätze wie der folgende aufgestellt: „Une amante ne doit jamais abandonner son amant pour cause d’absence prolongée [Eine Geliebte darf ihren Geliebten niemals aufgrund von längerer Abwesenheit verlassen].“ Für einen Ritter im Krieg galt die Regel „Weggegangen – Platz vergangen“ also nicht!
Troyes und das Departement Aube: seit Jahrhunderten das Land der Romantik
Es gab eine Zeit, in der die Könige und Königinnen nach Troyes kamen, um ihre Vermählung zu
Troyes, die Stadt der Romantik, enthüllt seinen Zauber an poetischen und emotionalen Orten, von denen ein ganz besonderer Charme ausgeht, aber auch anhand von Personen, Tatsachen und Ereignissen, die den Ruf der Stadt begründeten.

Bisher verfügte die Stadt Troyes aufgrund ihres charakteristischen Grundrisses in Form eines Champagnerkorkens über einen „Kopf“ und einen „Fuß“. Ab sofort hat Troyes auch ein Herz. Die Skulptur, die von den lokalen Künstlern Michèle und Thierry Kayo-Houël geschaffen wurde, ragt über der restaurierten Uferpromenade des ehemaligen Kanals empor (wobei die stillgelegte Wasserstraße die Trennungslinie zwischen „Kopf“ und „Fuß“ des Korkens bildet). Die Skulptur, die in der Nacht durch Licht belebt wird, ist somit im wahrsten Sinne des Wortes das „Herz der Stadt“.

Troyes, die Stadt der höfischen Liebe.
Troyes war die Heimat von Chrétien de Troyes, dem Minnesänger und Begründer des modernen Romans.
Der Dichter verlieh seinen tapferen Ritter der Tafelrunde neben virilen Werten noch eine weitere Tugend: die Bereitschaft, vor einer schönen Dame in Verzückung zu geraten. „Qui aux dames ne porte honneur c’est qu’il n’a point d’honneur au cœur [Wer den Frauen keine Ehre erweist, dessen Ehre muss ganz dahin sein]“, mahnt Percevals Mutter ihren noch recht tölpelhaften Sohn, der in den Armen der sanften Blancheflor die Zärtlichkeit kennenlernen sollte.
Und wenn Percevals Suche nach dem Heiligen Gral nun genau das wäre, nämlich die Suche nach der Liebe einer Frau?

Auch Theobald IV., le Chansonnier oder Troubadour, der letzte Graf der unabhängigen Grafschaft Champagne, der in ihrer Hauptstadt Troyes wohnte, der ein ebenso stolzer Krieger wie belesener Gelehrter war, hinterließ mehrere Lieder, in denen das Gefühl der Liebe hochgepriesen wird:

Dame, quand je fus devant vous [Herrin, als ich vor Ihnen stand]
Et que je vous vis pour la première fois, [Und Sie zum ersten Mal erblickte,]
Mon cœur tressaillit tant [Erbebte mein Herz so sehr]
Qu’il vous resta à mon départ. [Dass es nach meinem Abschied bei Ihnen blieb.]
(Auszug aus dem Gedicht Je suis comme la licorne [Ich bin wie das Einhorn].)

Der Minnehof trifft sich in Troyes
Stammt die Redensart „jemanden den Hof machen“ wohlmöglich von den sogenannten Liebes- oder Minnehöfen? Nur einige wenige Städte in Frankreich besaßen das Privileg, Minnehöfe abzuhalten, bei denen an über Herzensangelegenheiten entschiede wurde. Troyes war eine von ihnen. In diesen „Gerichtshöfen“, bei denen eine adlige Dame den Vorsitz führte, wurden Streitigkeiten zwischen Eheleuten geschlichtet und über moralische Standpunkte debattiert. Das einzig gültige Gesetz war das Gesetz der höfischen Liebe, nach dem sich jede ehrwürdige Person zu verhalten hatte.
Hier wurden unter anderem Grundsätze wie der folgende aufgestellt: „Une amante ne doit jamais abandonner son amant pour cause d’absence prolongée [Eine Geliebte darf ihren Geliebten niemals aufgrund von längerer Abwesenheit verlassen].“ Für einen Ritter im Krieg galt die Regel „Weggegangen – Platz vergangen“ also nicht!

Troyes und das Departement Aube: seit Jahrhunderten das Land der Romantik

Es gab eine Zeit, in der die Könige und Königinnen nach Troyes kamen, um ihre Vermählung zu feiern, wie zum Beispiel Ludwig X. der Zänker oder der englische König Heinrich V. Dies war die Zeit, in der Andreas Capellanus in Troyes das Traktat „Von der Liebe“ schrieb, in dem er „dreizehn Gebote“ der höfischen Liebe aufstellte.
Zudem erlebten mehrere berühmte – real existierende oder fiktive – Paare ihre Liebesgeschichte in der Aube, wie Heloise und Abaleard, Frédéric Moreau und Mme Arnoux (Die Erziehung der Gefühle von Flaubert) sowie Pauline de Beaumont und der Schriftsteller François-René de Chateaubriand.

Bei dieser fabelhaften Vorgeschichte muss man Troyes und die Aube ganz einfach zur Hochburg der romantischen Liebe erklären? Besiegeln auch Sie Ihre Liebe mit Liebesschlössern, die Sie an der Passerelle Héloise oder am Liebesbaum anbringen können, der auf dem Place du Préau ganz in der Nähe der Skulptur Lili Rosa und ihren „Roses d’amour Lili rosa“, einem Werk von dem Ungarischer Künstler Andras Lapis, steht. Fergessen Sie nicht, vor der Jeune fille qui donne un baiser (das Mädchen, das einen Kuss gibt?) einen Moment zu innehalten. Diese Skulpur wurde von dem Höllander Sjer Jacobs gemacht.
6 Hôtel Dieu-le-Comte
Beginnen wir mit der Geschichte des Hôtel-Dieu le Comte. Es handelt sich hierbei um ein altes Krankenhaus, das im 12. Jahrhundert von Heinrich I., dem Liberalen, Graf der Champagne, gegründet wurde, ein ebenso mächtiger wie großzügiger Mann.
Die heutigen in U-Form angeordneten Gebäude wurden im 18. Jahrhundert errichtet. Nachdem sie zu einem Hospiz umgewandelt wurden, standen sie seit 1988 leer. In den neu renovierten Gebäuden befindet sich heute ein Hochschulzentrum. Das Hôtel-Dieu wird durch die studierende Jugend zu neuen Leben erweckt!
Auf der Seite des Quai des Comtes de Champagne ist in einem der Pavillons des Hôtel-Dieu le Comte das Apothekenmuseum untergebracht. Sie müssen nur den Kopf heben, um es problemlos zu finden: an der Fassade befindet sich eine imposante Sonnenuhr.
Einzigartig in seiner Art beherbergt dieses Apothekenmuseum („Apothicairerie“) ein Labor und eine Apotheke, in der eine beachtenswerte Sammlung medizinischer Gefäße aus bemaltem Holz aus dem 18. Jahrhundert zu sehen sind, die im Französischen auch „Silènes“ genannt werden.
Die Gefäße enthalten: Salbei, Linde oder Kamille …, aber auch Alraunwurzel, Drachenblut, aus menschlichen Schädeln, Mumien oder wertvollen Steinen gewonnenes Pulver …
Reizt Sie das? Sie werden dort auch Hunderte von schönen Fayencen, Glaswaren, Gefäßen aus Zinn, Majolikas, Albarelli, Tablettengläser, Dreifüße finden. Ein Paradies für Liebhaber oder Kenner.
Entlang der Rue de la Cité sollten Sie vor allem einen Blick auf den Ehrenhof (Cour d’honneur) des Hôtel-Dieu werfen. Er ist durch ein monumentales schmiedeeisernes Gittertor aus dem Jahr 1760 geschützt. Dieses Tor verdanken wir Pierre Delphin, Schlosser am Hofe König Ludwigs des XV.. Sein Kopfteil zeigt ein Wappen mit den Waffen Frankreiches.
7 Rue de la Cité
Begeben wir uns ein Stück in die Vergangenheit … Im Jahr 451 beschließen Attila, die „Geißel Gottes“, und die Hunnen am Eingang von Troyes ihre Kämpfe zu beendigen und die Stadt somit von den üblichen Plünderungen und Massakern zu verschonen.
Aus welchem Grund? Dies bleibt wohl ein Geheimnis! War die Rue de la Cité zu eng für die Horden der Barbaren?
Wahrscheinlich nicht, denn dieser Weg – der zur damaligen Zeit Agrippa hieß und von den Römern im Jahr 22 und 21 vor Jesus Christus erbaut wurde, war eine sehr wichtige Verkehrsachse, die Mailand in Italien mit Boulogne-sur-Mer im Norden Frankreichs verband.
Wie die anderen Städte war auch unsere keltische Siedlung der Trikassen, die unter den Römern zur galloromanischen Stadt Augustobona Tricassium wurde, nicht mehr vor Belagerungen geschützt.
Es geschah folglich eine Art Wunder und man erzählt sich, dass der Bischof Saint Loup persönlich vor die Barbaren getreten ist und die richtigen Worte fand, um Attila davon zu überzeugen, die Brücke, die zur Rue de la Cité führte, nicht zu überschreiten.
Die Legende besagt, dass er auf der Stelle als Geisel bis zu den Ufern des Rheins verschleppt wurde. Jedoch endete alles gut … und der glückliche Mann wurde anschließend wie durch ein Wunder befreit und konnte gesund und wohlbehalten in die Stadt zurückkehren.
8 Die alten jüdischen Viertel
Eine bedeutende historische Persönlichkeit, Raschi (geboren 1040 und gestorben 1105), lebte in Troyes. Der Name dieses Gelehrten, Auslegers der Bibel und Talmudkommentators ist weltweit bekannt und mit der Stadt, in der er geboren wurde, aufgewachsen ist und studiert hat, verbunden.
Hierzu muss man wissen, dass im 11., 12. und 13. Jahrhundert die jüdische Gemeinschaft von Troyes einen ganz besonderen Schutz genoss, der ihr von den Grafen der Champagne zuteil wurde.
Die jüdischen Familien, darunter die Familie von Raschi, lebten im Quartier Saint-Frobert, einem Viertel, das sich über die Straßen Rue Hennequin, Saint-Frobert, Rue du Paon, Rue des Cordeliers, Audiffred und Rue Boucherat erstreckte.
Wenn er Zeit dafür hatte, betätigte sich Raschi als Winzer und betrieb dort Weinbau, wo sich heutzutage die Rue Hennequin befindet, (so sagt man jedenfalls …). Er wohnte in der Rue du Paon, in welchem Haus genau ist jedoch nicht bekannt.
Ein Katzensprung davon entfernt wurde die Eglise Saint-Frobert, die anstelle der alten Synagoge errichtet wurde, durch einen Brand im Jahr 1830 zerstört. Das übrig gebliebene Gebäude wird nicht mehr für die Gottesverehrung genutzt. Nachdem dort zunächst eine Autowerkstatt untergebracht war, befindet sich dort nun ein Wohnhaus.
An der Ecke Rue de la Cité/Quai des Comtes de Champagne befand sich ein Tor, das früher den Eingang zum jüdischen Viertel von Troyes kennzeichnete, und heutzutage verschwunden ist.
Vergessen Sie nicht, sich bei Ihrem Aufenthalt im ‚Körper des Champagnerkorkens‘ in die rue Brunneval auf Entdeckung der Synagoge zu begeben (Beachten Sie bitte die Öffnungszeiten) und dort das Werk von Raschi aufzuwerten.
9 Rue Hennequin – ehemaliges Couvent des Cordeliers
Wir befinden uns vor der Justizvollzugsanstalt von Troyes. Seit 1792 befindet sich anstelle des Couvent des Cordeliers (Kloster des Ordens der Minderen Brüder) ein Gefängnis.
Also ein Gebäude, dessen „Besuch“ man im Allgemeinen vermeidet.
Hinter diesen grauen und heutzutage unüberwindbaren Mauern wurden jedoch viele Seiten der Geschichte von Troyes geschrieben …
Seit seiner Erbauung im Jahr 1263 bis zur Französischen Revolution war dieses Kloster ein hoher Ort des geistigen, aber auch des literarischen und künstlerischen Lebens von Troyes. Und selbst des Gemeindelebens.
Was hat das Kloster mit dem Rathaus zu tun? Ganz einfach: bevor man im 17. Jahrhundert mit dem Bau des Rathauses begonnen hat, fanden die Gemeindesitzungen im Speisesaal des Klosters statt.
Edmond Boucherat, der erste Bürgermeister von Troyes, wurde darüber hinaus im Jahr 1493 im Kloster gewählt.
Später, im Jahr 1651, wurde hier dank Jacques Hennequin, dessen Namen die Straße trägt, die erste Bibliothek von Troyes, eine der ältesten Bibliotheken Frankreichs, gegründet.
Zur damaligen Zeit kamen die Leute von weit her, um die 4 680 Bücher, die diese Bibliothek fasste, zu konsultieren, von der viele wertvolle Manuskripte nun in der Mediathek von Troyes aufbewahrt werden.
10 Das Abbaye St Loup und Chretien de Troyes
Möchten Sie einen Schatz entdecken? … Dann begeben Sie sich in Richtung Musée Saint-Loup.
Unter den Tausenden von Reichtümern, mit denen dieses Museum aufwartet, findet sich der „Schatz von Pouan-les-Vallées“. Es handelt sich hierbei um Waffen und Schmuck, die in dem Grab eines großen Anführers der Barbaren des 5. Jahrhunderts gefunden wurden. Oft wird die Qualität dieses Schatzes mit derjenigen des Grabmahls Childerich I. verglichen. Und das will was heißen!
Dieses Museum ist sehr alt, da es im Jahr 1831 an der Stelle des Klosters Saint-Loup errichtet wurde. Und im Innenhof kann man amüsanterweise einen Dolmen, einen Menhir und einen Schleifstein sehen.
Im Laufe der Zeit wurden die Sammlungen des Museums erweitert: Um eine bedeutende Abteilung, die sich der regionalen Archäologie widmet, eine Ausstellung von Skulpturen aus Troyes vom 13. bis zum 17. Jahrhundert, ein naturgeschichtliches Museum (sehr interessant für Kinder) und um eine breite Sammlung an Gemälden vom 14. bis zum 18. Jahrhundert, mit großen Namen wie Watteau, Natoire, David, Mignard, Rubens, Belotto, Fragonard, usw.
Wie können derart große Werke hier gezeigt werden?
Ganz einfach, weil ein großer Teil der Gemälde aus den „Konfiszierungen der Revolution“ stammen, die auf das Jahr 1789 folgten.
Wer hat die Abenteuer von Königs Arthur und seinen Rittern der Tafelrunde, von Merlin, dem Zauberer, Lancelot oder Parzival niemals gehört? Wer hat von der Legende des Heiligen Grals nie gehört?
All diese Mythen und Personen wurden im 12. Jahrhundert von Chretien de Troyes, dem bedeutendsten Schriftsteller des Mittelalters, der darüber hinaus als der Erfinder des modernen Romans gilt, geschaffen oder idealisiert.
Zu seinem Gedenken trägt die Straße die hinter dem Musée Saint Loup verläuft, seinen Namen. Und deren Verlängerung, die Rue du Chevalier au Lion (Straße des Löwenritters), den Namen eines seiner Werke.
11 Die Kathedral Saint-Pierre-Saint-Paul

Mit ihren 114 Metern Länge zählt die Kathedrale Saint-Pierre-et-Saint-Paul zu den größten Kathedralen Frankreichs.
Sie blickt auf eine ziemlich bewegte Geschichte zurück. Bedenken wir nur mal, dass sich ihr Bau vom Ende des 13. bis ins 17. Jahrhundert erstreckte! Sie blieb zudem unvollendet, da einer der beiden Türme, der Turm Saint-Paul aus Geldmangel nie errichtet wurde.
Die Apsis, das heißt der äußere hintere Teil des Gebäudes ist der älteste Teil der Kirche. Die Hauptfassade wurde als Letztes fertig gestellt.
Selbst wenn die Kathedrale kaum von den Unbilden des Wetters verschont geblieben ist – Blitzeinschlag und Windhosen – sowie von Bränden oder der Französischen Revolution, in der alle großen Statuen an den Portalen zerstört wurden, zählt unsere Kathedrale zu den Schmuckstücken der gotischen Kunst.
Mit ihrer Mischung aus Rayonnant-Gotik und dem Flamboyant-Stil gelang des der Kathedrale eine architektonische Einheit zu bewahren, trotz ihrer, geben wir es zu, 5 Jahrhunderte dauernden Bauzeit. Toll!

Die Kathedrale Saint-Pierre-et-Saint-Paul besitzt – halten Sie sich fest - 1 500 m² Buntglasfenster, eine Höchstleistung in Frankreich, den sie mit der Kathedrale von Chartres teilt!
Und ihre 182 Kirchenfenster bieten ein einzigartiges Panorama der Geschichte des Buntglasfensters vom 13. bis zum 19. Jahrhundert.
Man kann in ihr auch schöne Gemäldesammlungen bewundern – darunter eine Bildtafel, die von Leonardo da Vincis Abendmahl beeinflusst wurde -, Skulpturen, die von der Kreativität der Champagner Schule im 16. Jahrhundert zeugen, sowie liturgisches Mobiliar, wie zum Beispiel die großen Orgeln aus dem 18. Jahrhundert, die aus dem Kloster von Clairvaux stammen, das sich in unserem Département befindet.
Aber die Kathedrale beherbergt auch einen bewundernswerten Schatz, der unter der Revolution geplündert und anschließend dank verschiedener Käufe und archäologischer Ausgrabungen, die insbesondere im Chor getätigt wurden, wiederhergestellt wurde.
Er enthält insbesondere eine schöne Emaillesammlung vom 12. bis zum 16. Jahrhundert sowie den Heiligenschrein des Heiligen Bernard, in dem die Totenköpfe von Bernard de Clairvaux und dem heiligen Malachie aufbewahrt werden.
12 Der ehemaliger Bischofspalast und das Museum für moderne Kunst
Die rechte Seite der Kathedrale, der alte Bischofspalast, dient als Schmuckkästchen des Museums für moderne Kunst (Musée d’Art moderne) von Troyes.
Es besteht nachweislich seit dem 12. Jahrhundert, wie ein romanisches Fenster, das während der Restaurierung zu Tage kam, bezeugt.
Umfangreiche Verschönerungsarbeiten wurden ab dem 15. Jahrhundert vorgenommen, wohingegen im 17. Jahrhundert ein Gebäudeflügel hinzugefügt wurde.
Bevor man in den Hof tritt, wo sich ein matronenhafter und majestätischer Lindenbaum befindet, der 1870 vom Vatikan bezogen wurde, schreiten Sie durch ein Portal, das ein Wappen mit den Waffen eines Bischofs von Troyes zeigt.
Der Innenhof ist von Gebäuden umgeben, die von der imposanten Silhouette der Kathedrale dominiert werden. Hinten befand sich die Residenz des Bischofs. Der rechte Flügel unterscheidet sich durch sein für die Champagne typisches Schachbrettmuster, - ein Wechselspiel zwischen roten und kreidefarbigen Ziegelsteinen -, typisch für die hiesige Architektur.
Wenn Sie durch den Eingangskorridor des Museums gehen, gelangen Sie zu einem schönen französischen Garten, in dem sich moderne Skulpturen aus dem Centre Georges-Pompidou in Paris befinden.

Das Museum für moderne Kunst von Troyes erblickte im Jahre 1982. Es enthält mehr als 2000 Werke, darunter eine der schönsten und eklektischsten Sammlungen Frankreichs, die aus Gemälden, Zeichnungen, Skulpturen, Glasarbeiten, Keramikwaren und afrikanischen und ozeanischen Kunstobjekten besteht.
Die Gelder stammen aus einer Schenkung eines in der Textilbranche tätigen Großindustriellen aus Troyes, einem Liebhaber der aufgeklärten Kunst, Pierre Lévy, und seiner Frau Denise.
Pierre Lévy war Verwaltungsratsvorsitzender des international tätigen Unternehmens Devanlay-Recoing, das unter anderem die berühmte Marke LACOSTE vermarktet… und von dem es in Troyes noch Fertigungseinheiten gibt.
Die ausgestellten Gemälde spiegeln in einzigartiger Weise die großen Strömungen der Malerei in den 50er Jahren des 18. Jahrhundert bis in die 50er Jahre des 19. Jahrhundert wieder, einer fruchtbaren Periode der Studien und Forschungen in allen Genres: Realismus, Neo-Impressionismus, Pointillismus, Nabis, Fauvismus, Post-Kubismus, Pariser Schule, Abstrakte Malerei, Miserabilismus.
Alle großen Namen geben sich hier die Ehre: Daumier, Degas, Courbet, Gauguin, Derain, Braque, Vlaminck, Modigliani, Balthus, Buffet, Dufy, Van Dongen, und viele andere.
Jeder, der dieses Museum besucht hat, wurde davon buchstäblich erobert und wird zu dessen Botschafter in der ganzen Welt …
13 Maison Formont und die Prunelle de Troyes
Vor Blicken geschützt, im Halbschatten der Gebäude der Etablissements Formont, direkt gegenüber der Kathedrale, wird ein unnachahmliches Getränk gebraut, das in seiner Art ziemlich einzigartig ist: der Schlehenlikör aus Troyes (Prunelle de Troyes).
Mit einem Alkoholgehalt von 40 Prozent besitzt dieser bernsteinfarbene Likör ein interessantes vielschichtiges Aroma: Mandelnoten und der Geruch von Mehlkleber sowie ein leichter Geschmack von Vanille und Gewürzen …
La Prunelle de Troyes ist nämlich ein Rezept, das auf das Jahr 1840 zurückgeht; auf der Weltausstellung in Paris wurde es im Jahr 1900 mit einer Goldmedaille ausgezeichnet. Das Geheimnis seiner Herstellung wird von der Familie Formont, in deren Besitz sich die Kelterei Saint Pierre befindet, von Generation zu Generation weitergegeben und wie ihr Augapfel gehütet.
Wir haben es hier mit einem Juwel des gastronomischen Erbes der Region zu tun, dessen Anhänger nicht aus dem Schwärmen kommen, egal ob Männer oder Frauen, und das die Touristen, die am Vorplatz der Kathedrale vorbeikommen, mit Begeisterung entdecken.
Dies ist also neben dem Champagner der Aube ein gutes Lockmittel, um Sie davon zu überzeugen, mal wieder in unsere Siedlung der Trikassen zu kommen… Diese Lust, wieder zu kommen, wie man sagt!
Wenn Sie von einer kleinen Likörprobe (Degustation) wieder zurück in den Innenhof kommen, vergessen Sie nicht, den Keller des Domkapitals zu bewundern, den man an seinem abschüssigen dach erkennt. Früher lagerten hier die Domherren ihren Wein und ihr Weizen. Der Dachstuhl geht auf das 13. Jahrhundert zurück und ist einer der ältesten Frankreichs – für ein Zivilgebäude, versteht sich –, so zumindest die Meinung der Fachleute.
14 Rue Linard Gonthier
Die Rue Linard-Gontier trägt den Namen eines Glasmachermeisters aus Troyes, der dieser Kunst, die in Troyes überall präsent ist, im 16. und 17. Jahrhundert neue Impulse gegeben hat.
Die Rue Linard-Gontier zählt zu den malerischsten und charakteristischsten Straßen in Troyes. Sie beherbergt insbesondere zwei zauberhafte Hotels, zwei besonders gelungene Beispiele für die Wiederherstellung des Erbes aus dem „schönen 16. Jahrhundert in Troyes“, wie man hier zu Lande sagt.
Lassen Sie uns etwas fachspezifischer werden! Man muss wissen, dass Troyes zu den Städten Europas zählen, die die meisten Fachwerkhäuser besitzen. Diese erstrecken sich zuweilen auf drei Stockwerke und weisen einen Freivorbau auf. Die meisten von ihnen wurden in der Renaissance erbaut. Bestehen aus einem sichtbaren Dachstuhl aus Eiche, der auf einem Stein- oder Ziegelsockel liegt und mit Strohlehm befüllt ist, einem Mörtel, der sich aus Ton und Stroh zusammensetzt.
Das Ganze wird mit einer Mischung aus Kalk und Farbpigmenten überzogen, um das Gebäude rot, grün, blau oder gelb zu färben... ein Regenbogen an Farben, zum größten Vergnügen der Augen… und der Fotografen!
15 Hôtel du Petit Louvre
Das Hôtel du Petit Louvre verdankt seinen Namen dem berühmten Palast des Louvre in Paris, Symbol der königlichen Macht.
Dieses prachtvolle Gebäudeensemble, das sehr repräsentativ für die Architektur des Fachwerks in Troyes ist, wurde in Etappen zwischen dem 16. und 18. Jahrhundert erbaut beziehungsweise wieder aufgebaut.
Die Gebäude dieses alten Kanonikerhauses (Kleriker, die Mitglieder des Kathedralkapitels sind) gruppieren sich um einen viereckigen Hof, auf dem sich ein schmiedeeiserner Brunnen aus dem 16. Jahrhundert mit drei Flaschenzügen befindet.
Das Hôtel du Petit Louvre wurde von berühmten Personen bewohnt, unter ihnen Bischöfe wie Henri de Poitiers, Vogt, Bischof und Statthalter, oder Odard Hennequin, Bischof von Senlis und dann von Troyes
Das Haus diente zwischen 1793 und 1839 auch als Poststation, in der vor allem die Postkutschen, die die Strecke Troyes-Paris in ungefähr 30 Stunden zurücklegten, Station machten.
Dank der Renovierung in den Jahren 1988-1989 konnte der halbrunde Turm, der im 13. Jahrhundert anstelle der galloromanischen Stadtmauern errichtet wurde, wieder aufgebaut werden.
Im Laufe dieser Sanierungsarbeiten gelang es auf intelligente Art und Weise den alten Unterbau mit Elementen der modernen Architektur in Einklang zu bringen. Von den Handwerksgesellen gemeißelt, konnten die bemalten Endstücke der Holzbalken selbstverständlich erhalten bleiben. Sie zeigen zuweilen grotesk anmutende, aber voller Charme steckende Gestalten, die uns anlachen.
16 Der Place du Préau
Der grüne Place du Préau ist gewissermaßen das Gegenstück zum Place de la Libération, von dem er nur durch den alten Kanal der Haute-Seine getrennt wird.
Im 12. Jahrhundert hatte Graf Heinrich I., der Liberale, der damals die Champagne regierte, zwei Gebäude - seinen Palast und eine noch viel größere Kirche, die Stiftskirche Saint-Etienne – errichten lassen. Wie zwei siamesische Zwillinge waren der Wohnsitz des Grafen und seine Kapelle miteinander verbunden. So konnten die Bewohner des Palastes von ihren Wohnungen einfach zu dieser riesigen Kirche gelangen, um an den Gottesdiensten teilnehmen zu können, ohne aus dem Haus gehen zu müssen.
Die Stiftskirche Saint-Etienne, die zu den ersten in der Region errichteten religiösen Bauten im gotischen Stil zählt, die Kirche Saint-Germain-des-Prés in Paris und die Kirche Saint-Quiriace in Provins glichen sich wie ein Ei dem anderen.
Doch wie schade! … Der Palast und die Kirche waren nach der Französischen Revolution abgerissen worden. An deren Stelle wurde, dank Napoleon I., der Haute-Seine-Kanal erbaut, den Sie noch heute bewundern können.
Bis zum Zweiten Weltkrieg diente dieses große Becken als Hafen für die Holzflößerei.
Dem Quai des Comtes de Champagne entlang folgt man dem Teil, den man glücklicherweise vom Haute-Seine-Kanal in Troyes bewahrt hat. Bleiben Sie bitte an der Ecke Rue de la Cité einen Augenblick vor dem „Maison du préposé aux ponts tournants“, dem „Haus des Drehbrückenwärters“ stehen.
Einst fuhren die Lastkähne, aus Paris kommend, bis ins Zentrum der Stadt, wo die zum Verkauf in der Kornhalle vorgesehenen Waren und die für die großen Pariser Kaufhäuser bestimmten Trikotagen aufgeladen wurden…
17 Die Kunst der Kirchenfenster in Troyes
In Troyes ist das Kirchenfenster das kulturelle Gedächtnis des Glas! Unsere Stadt wird übrigens von Fachleuten auf diesem Gebiet „die heilige Stadt des Kirchenfensters“ genannt.
Der Grund hierfür ist ganz einfach: Man zählt im Département Aube um die 9000 m² Kirchenfenster, die Hälfte der ganzen Region Champagne-Ardenne, eine Region, die selbst wiederum die Hälfte des nationalen Erbes an Kirchenfenstern für sich beanspruchen kann. Nun verstehen Sie, warum all unsere Kirchen so reich sind.
Im 15. und 16. Jahrhundert beherrschte die Glasmalereischule der Champagne die französische Szene. Die erste Periode der Glasmalereischule von Troyes ist durch einen betonten Zeichenstrich und sehr lebendige Farben gekennzeichnet. Ein Fest der Vielfarbigkeit von größter Schönheit!
Beeinflusst durch die italienische Renaissance, wird in der zweiten Periode die Farbe vernachlässigt und die Technik der Grisaille auf weißem Glas bevorzugt. Der Meister der Glasfensterkunst, Linard Gontier, knüpft dann wieder an die Lebendigkeit der Farbvarianten an: das ist der Schwanengesang der Schule der Champagne.
Das Glasfenster liest sich wie ein Comic: von unten nach oben und von links nach rechts.
Ursprünglich zeigt es religiöse Szenen, die auf mehreren nebeneinander liegenden Bildern erzählt werden. Dann werden Szenen aus dem Alltagsleben eingeführt, wo Handwerker eine wichtige Rolle spielen. Auch lassen sich die reichen Geldgeber dieser Glaswände manchmal – und nicht sehr bescheiden - darauf darstellen.
Entdecken Sie die faszinierende Welt der Glasmalerei in der Cité du Vitrail an der Kreuzung Quai Dampierre und rue Roger Salengro. Die Dauerausstellung, die Werke der Glasmalerkunst aus zehn Jahrhunderten vom 12. bis 21. Jahrhundert vereint, präsentiert 25 weltliche und religiöse Meisterwerke, die regelmäßig erneuert werden. Außerdem verfügt die Ausstellung über interaktive Bereiche mit Workshops, Spielen und Filmen.
18 Der „Seine“ Fluss in Troyes
Vor 1900 erinnerte Troyes an einigen Stellen an Venedig…
Seit dem 12. Jahrhundert hatten die Grafen der Champagne die „dérivation de Troyes“, die Umleitung von Troyes geschaffen, ein komplexes und gut durchdachtes Wasserverteilungsnetz, das die Seine in zwei Teile teilte.
Die „alte Seine“ führt noch immer um die Stadt, wohingegen sich die „städtische Seine“ in unzählige Kanäle, Bäche, Spunde oder Gräben verzweigt.
Diese Wasserläufe hatten abwehrenden Charakter, wie diejenigen, die entlang der Stadtmauer verliefen. Der Boulevard Barbusse ist hierfür ein Beispiel, selbst wenn heutzutage alle Stadtmauern verschwunden sind.
Andere Flussarme der Seine hatten wirtschaftliche Zwecke. Sie nährten Mühlen, Papierfabriken, Färbereien und Spinnereien wie der Canal de Nervaux, die Rue Boucher-de-Perthes oder der Rue Cordé, den man von der Brücke der Rue de la Tour aus bis zum protestantischen Tempel verfolgen kann. Erbaut zwischen 1857 und 1859 befindet sich dieser auf der rechten Uferseite des Kanals, ganz am Ende des Quai des Comtes de Champagne.
Heute durchziehen noch 120 km Wasserläufe friedlich den Ballungsraum von Troyes.
Angst muss man kein mehr haben; die Schaffung von Staudämmen der Seine (ungefähr 20 km von Troyes im Forêt d’Orient, der übrigens gute Wandermöglichkeiten bietet) hat die Gefahr von großen Überschwemmungen wie diejenige des Jahres 1910, die sich in das Gedächtnis eingeprägt hat, gebannt.
Mit der Verstädterung verschwanden diese Wasserläufe. Aber einige tauchen anlässlich neuer Bebauungen wieder auf. So zum Beispiel bei der Bodenaushebung, hinter der Kathedrale, des Campus der Universität, einem Ort, durch den früher der Canal de l’Isle führte, der nun wieder in Betrieb genommen wird.
19 Place de la Libération
Am Fuße der Präfektur und des Verwaltungssitzes des Département gelegen, blickt die Place de la Libération auf eine ereignisreiche Geschichte. Der Platz ist gleichzeitig Dreh- und Angelpunkt von Troyes, da er sich genau an der Schnittstelle der beiden Teile der Stadt befindet, wo das, was man hier gemeinhin „den Körper und den Kopf des Champagnerkorkens“ nennt, zusammentrifft. Wir werden im Laufe der Besichtigung sehen warum.
An diesem Platz befanden sich früher ein Friedhof und eine Doppelkirche, die am Ende des 18. Jahrhunderts kurzzeitig einer Getreidehalle weichen musste.
Unzählige Male umbenannt, wurde der Platz immer wieder umgestaltet, da die im kleinstädtischen Charme gehaltene Grünanlage, in die sich die Bewohner von Troyes während des gesamten letzten Jahrhunderts begaben, einem durch und durch modern gestalteten Stadtpark gewichen ist.
Unter dem Garten befindet sich eine spiralförmig angelegte Tiefgarage, die mit einer Besonderheit aufwartet: die 7 Geschosse sind auf 150 m² mit zeitgenössischen Glasmalereien ausgeschmückt. So als wolle man hiermit eine Brücke zur nahegelegenen Basilika Saint-Urbain schlagen.
20 Die Basilika St Urbain
Aus der ganzen Welt reisen Menschen an, um Saint-Urbain zu bewundern, DIE Basilika von Troyes.
Dieses Schmuckstück der Gothik, am Ende des 13. Jahrhunderts erbaut, wurde schon seit langem seine Architektur und seine Fenster in den höchsten Tönen gelobt.
Seinerzeit mischte sich Viollet-le-Duc unter die lobenden Stimmen und bestätigte:
Die Kirche Saint-Urbain ist mit Sicherheit der Ausdruck der höchsten Kunst, die mit Steinkonstruktionen erreicht werden kann, und als architektonische Komposition ist sie ein Meisterwerk.
Sain-Urbain verdankt ihren Namen dem einzigen Papst, den Troyes der Christenheit schenket: Urban IV.
Das war im Jahr 1262. Jacques Pantaléon, Sohn eines bescheidenen Schusters wurde zum Pontifex Maximus nach einer brillanten Kirchenlaufbahn. Er rief das Fronleichnamsfest ins Leben.
Er beschloss, eine Stiftskirche am Ort des Verkaufsstands der Familie zu errichten.
Wenn sie auch erst im Jahr 1905 beendet wurde, so war die Basilika Saint-Urbain doch vom Ende des 15. Jahrhunderts an mit prachtvollen Statuen geschmückt.
Die Künstler strömen herbei und versprühen ihr Talent. Das wird als das Schöne 16. Jahrhundert von Troyes bezeichnet.
Hier bietet uns die Schule von Troyes eine der wenigen Darstellungen von Saint-Bernard aus Clairvaux. Die Mariendarstellung Vierge au Raisin symbolisiert als Meisterwerk unter vielen anderen die Vollkommenheit einer Kunst im Dienste der Heiligkeit. Ihr süßes Lächeln und der Reichtum ihrer Kleidung illustrieren den erneuten Wohlstand.
21 Die Kirche St Jean au Marché
Was kann man in Troyes unternehmen? Glocken läuten, wie ein altes Sprichwort sagt.
Die Stadt hat zahlreiche Glockentürme. Aber lassen Sie sich keinesfalls davon abhalten, den Glockenturm der beeindruckenden Kirche Saint Jean au Marché zu bewundern, der sich genau vor Ihnen befindet und aus dem 18. Jahrhundert stammt.
Ja, genau! Der Kirchturm stürzte in einer Mainacht 1911 ohne Vorwarnung in sich zusammen.
Rumms!
Er kam auf dem Haus gegenüber zu liegen, das eine Konditorei beherbergte.
Man hat mit der Restaurierung dieser Kirche begonnen, die aufgrund ihrer Maße fast mit der Kathedrale von Troyes mithalten kann. Nach und nach findet Saint Jean zu ihrem früheren Glanz zurück.
Weiter auf der Tour der Turmuhren. Aber am Himmel von Troyes wird immer diese berühmte Turmspitze fehlen, deren Uhren die königliche Hochzeit von Heinrich V von England und Kathrin von Frankreich begrüßten, genau hier im Jahr 1420. Eine Hochzeit, die der Ausgang für den berühmten Vertrag von Troyes darstellte... ...und dann erfolgte noch die Taufe von Marguerite Bourgeoys (Gründerin der Ordensgemeinschaft Congrégation de Notre-Dame de Montréal).
22 Place du Marché au Pain
Im Mittelalter war dieser Platz zweifelsohne einer der belebtesten der Stadt.
Er erhielt seinen Namen durch die Bäcker, die kamen und ihr Brot feilboten. So wurde er Brotmarktplatz genannt.
Vorher hieß er Gewürzmarktplatz. Der Grund ist nicht schwer zu erraten. Aber die Händler für Süßwasserfisch trafen sich dort auch, um ihren Fang unter die Leute zu bringen.
Hier finden Sie einen eleganten Brunnen, der von einem benachbarten Platz stammt, Audiffred, der früher Platz der Weinetappe hieß. Es gab fast Brunnen wie diesen im gesamten Champagnerkorken verteilt. Die meisten verschwanden im 19. Jahrhundert im Zuge der Erfindung der Pumpen und des Aufkommens der Springbrunnen.
Abgesehen von der Wasserversorgung für die Haushalte und das Bauwesen waren diese Brunnen sehr wichtig im Kampf gegen Brände. Furchtbares in Troyes!
Oh, die Brände! Der des Jahres 1523 ist noch in allen Dokumenten zu finden: das Feuer begann im Verkaufsstand eines Apothekers dieses Viertels und zerstörte 1500 Häuser. Ein Drittel der Stadt wurde ausgelöscht.
Aus ästhetischen Gründen haben die Brunnen Ihren Platz im Herzen Troyes wieder gefunden. Öffnen Sie die Augen. Sie werden noch weitere ausfindig machen wie den der Straße Emile-Zola.
23 Die Jahrmärkte der Champagne
Troyes befindet sich auf halber Strecken zwischen Flandern und Italien. Im Mittelalter wurde es dank der Märkte der Champagne und der Brie zu einem Handelsknotenpunkt Europas. Der warme Markt im Juni und der kalte Markt im Oktober erleben ihren richtigen Aufschwung unter Thibaut II.
Ja, dieser Graf versteht sich wirklich auf Geldfragen. Er hatte die gute Idee, den Schutz der Händler auf den Wegen und Pfaden nach Troyes zu gewährleisten, damit sie so in noch größerer Zahl kamen, was sich in Reichtum niederschlug. Mit einem Passierschein versehen strömen sie herbei diese Menschen vom Mittelmeer mit Säcken voller Gewürze und Seidenstoffe, diese Germanen mit ihrem Leder und Pelzen und diese Flamen mit ihren Stoffen.
Aus diesem Handel erwachsen Geldwechselstuben in einer Stadt, die zu einem Währungsplatz von größter Bedeutung wird. Das Troy-Pfund war so zu sagen der damalige Euro, der zum Wiegen von Edelsteinen verwendet wurde und in Großbritannien immer noch verwendet wird.
Diese Straße der Wechselstuben erinnert an die Glanzzeiten der Geldwechsler und den wirtschaftlichen Reichtum der Stadt, die zur selben Zeit eine starke politische, spirituelle und kulturelle Prägung erhält.
Die Märkte der Grafschaft erleben ihren Höhepunkt im 12. und 13. Jahrhundert und verlieren im 16. Jahrhundert an Bedeutung.
24 Die Templer
Sie befinden sich in der Straße Général-Saussier, zu Ehren eines großen Dieners der Armee, der seine Karriere als Militärgouverneur in Paris beendete.
Bevor diese Straße 1906 so benannt wurde, erinnerte sie an andere Soldaten: Soldatenmönche!
Kommen Sie darauf? Diese berühmten Ritter des Tempels Salomons in Jerusalem. Die man einfach Templer nannte.
Ihre Geschichte war sehr bewegt!
Das bringt uns zurück in die Zeit der Kreuzzüge, an denen namhafte Herrschaften aus Troyes und der Umgebung teilnahmen. Angefangen bei Hugues de Payns (nach dem Namen eines benachbarten Dorfs). Er war der Gründer des Templerordens.
Die Regeln dieses Ordens, der gleichzeitig religiös und militärisch war, wurden zum größten Teil von Saint-Bernard de Clairvaux verfasst und dann vom Konzil in Troyes im Jahr 1129 angenommen.
Das Stadthaus der Komturei des Tempels, das sich in der Nummer 3 befindet, wurde lange nach dem Verschwinden des Ordens von dem Kommandeur Bruslard de Sillery (1639) errichtet.
Ein hübsches Bauwerk aus Backstein und Steinen mit glasiertem Dach – es beschwört den vergangenen Reichtum der Templer herauf, die, wie man sagt, geschickte Bankiers waren...
Dieser Bereich trug so lange den Namen des Templerviertels.
Aufgrund der unzähligen Reichtümer nennt man es auch das „goldene Dreieck“.
25 La Maison de l’Outil (Handwerkshaus)
Die Wandergesellen konnten keine schönere Umgebung für das Vorführen ihres Wissens wählen als das Stadthaus Mauroy!
Dieses beeindruckende Museum dürfen Sie keinesfalls auslassen: es handelt sich um eine Schmuckschatulle und die Schmuckstücke sind – ganz genau – Feilen, Hämmer, Maurerkellen, Scheren, Hobel ... alles von Menschenhand poliert. Das Museum ist eine Hymne an die Handwerkertätigkeiten. Einige sagen, dass es sich um den Louvre des Arbeiters handelt.
Neben den zehntausend antiken Gegenständen, die kunstvoll in Szene gesetzt sind, umfasst es auch eine Bibliothek mit Bergen an Büchern, die dem Handwerk gewidmet sind und denen, die es ausüben.
Diese namhafte Sammlung wurde vom Pater Paul Feller in Gang gesetzt. Er war einer der Gründer des Maison de l’Outil. Und es wird immer weiter bereichert.
Verbinden Sie das Nützliche... will sagen, das Handwerkliche mit dem Angenehmen, indem Sie die Architektur dieses geschichtsträchtigen Gebäudes bewundern. Im 15. Jahrhundert wurde es als das Haus Aigle bezeichnet.
In der Renaissance war es der Wohnsitz von Prinzen und wurde dann zum Krankenhaus Trinité. Aber es diente auch als Schule für arme Kinder, als erste Werkstatt zur Herstellung der berühmten Baumwollmützen, die aus Troyes die Hauptstadt der Textilherstellung machten, danach als Ballsaal, Kaserne, sogar als Druckerei.

Welche Verwendung das Gebäude auch hatte, das Haus Mauroy hat seinen ganzen Charme erhalten. Es bleibt ganz klar das schönste Beispiel für die „Champagnerschachbrett“-Bauweise. Ziegel und dazwischen gesetzte Kreide!
26 „Dornrößchen“ – rue Emile Zola
Die „rue Emile-Zola“ – von den alteingesessenen Bewohner der Stadt Troyes noch immer „rue Milo“ genannt – ist die belebteste Einkaufsstraße der Stadt.
Bei dem Vorhaben zur Stadtsanierung ist sie, wie durch Zauberhand, vollständig umgestaltet worden, um den Käufern mehr Platz zu bieten.
Ah, wie angenehm es ist, auf der Straße auf und ab zu flanieren und dabei die Fassaden aus dem 16. Jahrhundert, die ihr altes Gepräge wieder erhalten haben, bewundern zu können. Die Fassaden aus dem 17. und 19. Jahrhundert stehen ihnen in nichts nach…

In der Nummer 107 ist zum Beispiel das alte Kaufhaus Jorry-Prieur, neben dem Sie sich befinden, charakteristisch für die metallene Architektur und die technischen Errungenschaften des 19. Jahrhunderts.
Sie werden es bemerkt haben. Die Stadt Troyes war entschlossen, ihrem Kulturerbe der Renaissance sowie dem erstaunlichen Erbe des Industriezeitalters seinen vollen Glanz wieder zu verleihen.
27 Die Kirche St Pantaléon
Nun haben Sie ja schon Einiges von Kirchen und Museen gehört. Haben Sie aber auch schon welche gesehen?
Saint-Pantaléon ist eine der barocksten Kirchen in Troyes. Sie ist bevölkert von Heiligen und Märtyrern, die in Stein gemeißelt sind.
Insgesamt verfügt sie über etwa 60 mehrfarbige Statuen aus dem 16. Jahrhundert, von denen einige Dominique zugeordnet werden, der Der Florentiner genannt wurde.
Dieser aus Florenz stammende Künstler wurde von Franz dem Ersten sehr bewundert und nutzte eine Unterbrechung der Arbeiten am Schloss Fontainebleau, an denen er mitwirkte, um sein Atelier in Troyes einzurichten.
Das war wirklich eine gute Idee!
Sein so ganz italienischer Einfluss und seine Ausstrahlung auf die Bildhauerschule in Troyes führten dazu, dass die höfische Kunst Troyes einnahm.
Und so kam Troyes auf den Geschmack der Renaissance...
Sperren Sie die Augen auf und bewundern Sie den Heiligen Jakob, der die erste Säule rechts ziert.
Und dann alle anderen ... wie durch ein Wundern überstanden sie alle die Plünderungen der Revolution des Jahres 1789...
Die Grisaille-Fenster aus dem 16. Jahrhundert konkurrieren in Schönheit und Leichtigkeit mit dem Holzgewölbe dieses Kirchenschiffs, das dem Himmel entgegenstrebt.
Es ist prachtvoll!
28 Das Stadthaus Vauluisant
Der Name Vauluisant ist eine Zusammenziehung von Vallée luisante (glänzendes Tal). Das Viertel dieses Namens hat eine authentische Ausstrahlung und ist ein echtes Labyrinth aus Gässchen und kleinen Höfen. An seinen Namen kam es durch dieses elegante Privathaus: das Vauluisant.
Das seinerseits den Namen von der Zisterzienserabtei erhalten hat, das sich im Departement Yonne befindet: die Vauluisant Abtei.
Sie verfügte über eine Residenz in Troyes, die auch ein Raub der Flammen im Jahr 1524 wurde.
Die aktuelle Unterkunft datiert aus dem 16. Jahrhundert. Die beiden pfeilförmigen Türme, die das Hauptgebäude einrahmen, laden Sie ein, ein schönes Museum zu besuchen, das der Geschichte der Stadt und ihrem künstlerischen Werdegang gewidmet ist.
Beschreiten Sie die Wendeltreppe und lassen Sie sich in der Zeit zurückversetzen.
Diese Mauern beherbergen auch des Museum der Textilherstellung.
Die Geschichte der Textilherstellung in dieser Stadt, die Welthauptstadt der Wirkware war, wird Ihnen durch die ältesten Handwerke erzählt, von denen einige aus dem 18. Jahrhundert stammen. Aber auch durch in Troyes hergestellte Produkte: Strümpfe, Strumpfhosen, Handschuhe und Mützen...
Ja, genau! Die Nachtmützen, die den Beginn der Textilherstellung bedeuteten.
29 Das Stadthaus Chapelaines
Bevor dieses anmutige Haus aus Stein der Familie Paillot de Montabert gehörte, nach der man in Troyes eine Straße benannt hat, war es 1536 von dem Färber Nicolas Largentier erbaut worden.
Von seinem Sohn, dem Baron Chapelaines, wurde das Haus, das man einst das Haus von Clairvaux nannte, umbenannt.
Finden Sie Gefallen an kleinen Geschichten aus der Geschichte? Das Haus Chapelaines hält davon einige bereit. Wie zum Beispiel diese hier...
Es wird berichtet, dass dieses schöne Haus in der rue Turenne am 8. Februar 1814 der Ort gewesen sie, an dem die Zusammenkunft der drei verbündeten Monarchen, Kaiser Franz I. von Österreich, mit dem König von Preußen, Friedrich-Wilhelm III., und dem russischen Zaren Alexander I., stattgefunden habe.
Mit der festen Entschlossenheit, Napoleon I. zu stürzen, entschieden sie hier über das Vorankommen in der französischen Champagne und das Schicksal des bald bezwungenen Napoleon.
Ohne Zweifel, hoch erfreut über diese Aussicht, überreichte der Kaiser von Österreich dem Gastgeber, um ihm für seine Gastfreundschaft zu danken, als Geschenk einen wunderschönen Diamanten...
Viele andere Privathäuser sind einen Umweg wert, wie zum Beispiel: das Haus Angoiselles in der rue Général-Saussier; das Haus Marisy in der rue Quinze-Vingts, dessen Kapelle Sie unbedingt bewundern müssen, aber auch das Haus Moïse in der rue Charbonnet…
30 Die Haüser des 16. Jahrhunderts 30. Die Haüser des 16. Jahrhunderts
Eng aneinandergeschmiegt scheinen die Häuser Troyens mit Vorbauten und Satteldächern auf ihren Holzschultern die Last der Jahre zu tragen.
Ich meine… die Last der Jahrhunderte!
Die Mehrheit dieser Bauten datieren aus dem 15. und 16. Jahrhundert. Wie in diesem Viertel Viardin, einem der typischsten der Stadt.
Aber diese alten Damen, die so zerbrechlich aussehen, erbaut aus Eichenstücken und Lehm, an denen die Flammen unlängst geleckt haben – wurden auf viele Proben gestellt und überstanden sie.
Die Proben der Zeit.
Nachdem sie den trübsinnigen Putz abgelegt haben, der ihnen verpasst worden war, erstehen sie wieder in ihrem ganzen Glanz in sanften Farben auf. Ganz so wie früher.
Denn die Zimmermänner haben die Farben vergangener Zeiten und die Kunst des Tünchens wieder entdeckt.
Aus diesem Grund findet Troyes zu seiner mittelalterlichen Atmosphäre zurück.
Zum Glück für die Einwohner und für die Besucher, die eingeladen sind, durch die unregelmäßig gepflasterten Straßen zu schlendern und darin besteht der ganze Charme.
Troyes, die Stadt der tausend Farben!
Sehen Sie sich die Regenrinnen an: Delphine spritzen das Wasser aus.
Heben Sie den Kopf: unter den Dachluken ruhen sich Tauben verdientermaßen aus.
Vorsicht! Von den geschnitzten Ecken der Balken aus beobachten Sie merkwürdige Gestalten und manchmal lachen sie Sie aus.
31 Der Platz Jean Jaurès
Einer der wichtigsten Staatsmänner, den das Departement Aube hervorgebracht hat, wurde in einem Haus an diesem Platz geboren: in der Nummer 28. Ein Medaillon mit dem Kopf von Edouard Herriot erinnern an diesen brillanten Schriftsteller, der dann Politiker wurde.
Oder umgekehrt...
Auf diesem bescheidenen Schild steht zu lesen, dass dieser spätere Ratspräsident hier am 5. Juli 1872 das Licht der Welt erblickte.
Aber ein weiterer Mann der Literatur und der Politik, Victor Hugo, mochte diesen dreieckigen Platz nicht, auf dem ein Schafott stand. Dies schilderte er in seinem berühmten Roman Claude Gueux.
Und ja. Andere Zeiten...Der Platz schickt sich an, wieder aufzuleben, genau wie andere Viertel von Troyes. Das des Bahnhofs und des Platzes Saint Nizier zum Beispiel, von großen Städtearchitekten wie Jean Michel Wilmotte aufgesucht.
Das beeindruckende rechteckige Gebäude mit Rundbogenfenstern, das den oberen Teil des Platzes abschließt und das Kopfende der Kirche Saint Nicolas verdeckt, ist das Arbeitsamt. Nach 1905.
Früher war dies die Markthalle für Textilwaren. Die Hersteller kamen, um ihre Textilienproduktion dort an fünfundsechzig Warentischen zu verkaufen. Anders gesagt „Fabrikverkauf“ vor der Zeit.
32 Ruelle des Chats – das Gässchen der Katzen
Dies ist die malerische ruelle des Chats, das Gässchen der Katzen mit ihren verzogenen Gebäuden, ihren Gemarkungen aus unebenen Steinen und ihrem Originalpflaster. Die geballte Atmosphäre des Mittelalters!
Hätten Sie gedacht, dass man hier des Nachts immer noch manchmal Katzen sieht, die von Dach zu Dach springen? Und diese Tiere – auf Französisch Chat genannt – haben dem schönen Gässchen seinen Namen gegeben. Nehmen Sie sich die Zeit, auf dem Ende eines Balkens das Grinsen einer Katze ausfindig zu machen!
En garde ! Sie befinden sich in der Kulisse für einen Film mit Umhang und Degen. Man kann sich leicht ein Duell zwischen zwei Edelmännern mit Perücke auf dem herausragenden Vorbau des Mortier d’Or vorstellen, und weiter auf den Galerien, die in diesen Hof hängen.
Die Enden der Balken sind mit Kriegerköpfen dekoriert. Das gibt Anlass zu der Annahme, dass das Gebäude früher einem wichtigen Mitglied des Militärs gehörte.
Wie charmant !
Verlassen Sie die Gegend nicht, ohne die Pilaster zu bewundern, die das Tor säumen, das den Durchgang zur Ruelle des Chats (Katzen Gasse) bildet.
33 Die Kirche Ste Madeleine
Sainte Madeleine, die älteste Kirche von Troyes ist ganz sicher eine der schönsten.
Und auch eine der beeindruckendsten...
Das Gebäude stammt aus dem 12. Jahrhundert, wurde aber im 16. Jahrhundert grundlegend überarbeitet.
Treten Sie durch das funkelnde Tor und Sie entdecken ein Meisterwerk, das seines gleichen sucht: der Lettner der Madeleine.
Der Lettner diente zum Trennen des Chors vom Kirchenschiff. Das ist ein kleines Schmuckstück aus ziseliertem Stein, drei Spitzbögen zwischen den zwei großen Chorpilastern.
Jean Guailde signierte sein Meisterwerk zwischen 1508 und 1517. Als der Künstler aus Troyes starb, fand er seinen Frieden unter seinem Werk. Für die Ewigkeit.
Eine Grabinschrift besagt, dass er „auf die selige Auferstehung wartet, ohne Furcht, erdrückt zu werden“.
Sehen Sie sich auch das schmerzverzogene Gesicht von Sainte Marthe an.
Diese Statue ist charakteristisch für die Schule Champagne des 16. Jahrhunderts und wird dem Meister Chaource zugeordnet. Sie scheint um den Edelmann Jean Guailde und sein enormes Talent zu weinen.
Und die Fenster? Sehen Sie, wie sie in Farben explodieren so wie in der Legende von Saint-Louis oder dem Baum von Jessé.
Verpassen Sie aber vor allen Dingen nicht die Szene der Schöpfung.
Sie verstehen dann besser, warum Troyes zur „Heiligen Stadt der Kirchenfenster“ ernannt wurde.
34 Die Strassen Paillot de Montabert und Champeaux
Die Straße der Bistrots und der kleinen Restaurants ist eine der belebtesten der mittelalterlichen Stadt. Dort ist man mit Freunden bis tief in die Nacht unterwegs.
Früher war dies die „freche“ Straße von Troyes. Wiederholen Sie dies aber bloß nicht...
Nach 1971 befand sich hier das Kulturzentrum der Stadt Troyes, hinter dem stolzen Fachwerk des Maison du Boulanger, das im 16. Jahrhundert gebaut wurde.
Im 17. und 18. Jahrhundert wurde dieser Ort für Ausstellungen und literarische Treffen umgebaut und dann in den sechziger Jahren von der Stadt restauriert.
Früher waren die kleinen Fenstergevierte der beiden Etagen mit Ölpapier bezogen.
Im Mittelalter wies ein Schild auf das Handwerk hin, das in diesem Haus ausgeübt wurde: Hier befand sich eine Bäckerei.
Wenn man bedenkt, dass man beinahe diese Holzmauern wie ein Kartenhaus eingerissen hätte! Glücklicherweise sind aber die Liebhaber des Kulturerbes vor mehr als 30 Jahren gegen die Autoren eines solchen Massakers vorgegangen.
Die Bewegung für den Erhalt des Kulturerbes in Troyes begann mit diesem Kampf.
Sie befinden sich im Herzen des geretteten Bereichs der Stadt.
Die Straße Champeaux, am Ende der Strasse Paillot de Montabert, hieß früher „La Poulaillerie“ (Hühnerstall)! In der Nähe befand sich nämlich ein Geflügelmarkt.
Sie war Zeuge der Begeisterung des Volkes zu Zeiten der Märkte der Champagne.
Später wurde Sie in „Champeaux“ umbenannt, um an die Gebiete zu erinnern, auf denen früher zwischen der Stadt und den verschiedenen Marktflecken der Umgebung Landwirtschaft betrieben wurde.
Heute ragen die Häuser mit den Holzmauern stolz in den Himmel und beglücken Maler und Photographen.
Hunderte von Künstlern haben ihre Staffelei in der Nähe des Tourelle de l’Orfèvre aufgestellt, diesem eleganten Haus, das im vollen Licht und Glanz erstrahlt, wenn man das Halbdunkel der engen Gasse Paillot-de-Montabert hinter sich lässt.
Achten Sie auf die drei Karyatiden [Frauenstatuen] an der Basis des Eckpfostens, auf dem sich dieses Türmchen, in dessen Inneren sich eine Wendeltreppe befindet, erhebt...
In der Nummer 26 ist das Hotel Juvénal des Ursins, erkennbar an seinem dreiseitigen Oratorium im Zentrum einer wunderschönen Steinfassade, eine ein Beispiel für die architektonische Mischung von Gothik und Renaissance.
Es befindet sich im Besitz einer namhaften Staatsanwaltsfamilie aus Troyes, den Jouvenel.
Auf der rechten Mauer erzählt eine Freske nach alter Art ihre Familiengeschichte.
Dabei müssen Sie wissen, dass Jean Jouvenel Anwalt des Königs Karl VI war und Vogt der Händler in Paris, eine wichtige Funktion am Ende des 14. Jahrhunderts.
35 Troyes‘ bakannten Namen
Nicht nur Saint Urbain ist berühmt.
Im Lauf der Jahrhunderte sind viele Persönlichkeiten aus Troyes in Frankreich sogar über die Landesgrenzen hinaus berühmt geworden.
Und die bekanntesten sind ganz sicher:
- Chrestien von Troyes, der Erfinder des Ritterromans. Wer hat noch nicht von Lancelot du Lac gehört?
- oder von Rachi, dem wir die erhellenden Kommentare über die Bibel und den Talmud verdanken.
- von Pierre und Nicolas Mignard, talentierte Maler und Architekten, die vom Sonnenkönig gerufen wurden, um ihm ihre Ehre zu erweisen.
- oder von François Girardon, verdienter Bildhauer, dem wir unter anderem das Grab von Richelieu verdanken.
Fügen wir dem kurzen Ausflug in die Geschichte noch Charles Baltet hinzu, einen begnadeten Baumschulgärtner, der viele Früchte kreiert hat; eine seiner Weinreben wächst heute am Fuß des..... Berges Fuji Yama in Japan.
Und der nie aus der Mode gekommene Emile Coué, ein Apotheker aus Troyes, der Psychotherapeut wurde und dessen Methode um die Welt ging: Kommen Sie drauf? Die Coué-Methode.
Ergänzen wir die Liste jetzt noch um große Sportler wie den Schwimmer Lucien Zins, den Fußballer Pierre Flamion oder den Segler Luc Pilot. Ohne die Radler Marcel Bidot oder die Brüder Simon zu vergessen, die das Leben durch die „gelbe Brille“ sahen.
Heute bringen sie uns sowohl auf der Bühne als auch im Fernsehen zum Lachen…Jean-Marie Bigard, Raphael Mezrahi, Tex… alle stammen aus Troyes und sind stolz darauf.

Haben Sie aber von bekannten Frauen von Troyes gehört? Zum Beispiel…
- Léonie Aviat (Schwester Léonie Françoise de Sales), Begründerin von die Congréation des Oblates de Saint François de Sales (Übersetzung : ).
1992 wurde sie selig gesprochen, und bei dem Papst Jean-Paul II im 2001 kanonisiert.
- Aber auch Claudie Pierlot, eine kluge Modedesignerin. Ihre Konfektionskleidung ist heute durch die ganze Europa verkauft!
- Wie könnten wir Marguerite Bourgeoys vergessen? Sie gründete die Stadt Montréal (im Kanada) und ihre Congrégation Notre Dame (damals die erste Mädchenschule der Stadt). 1982 wurde sie bei dem Papst Jean-Paul II kanonisiert.

Aber jetzt hören wir auf. Auf die Gefahr hin, dass wir jemanden vergessen haben...
Wir sind überzeugt, dass Troyes Sie überrascht und Ihr Herz erobert hat.
Warum verlängern Sie nicht Ihren Besuch und Ihren Aufenthalt?
Das Fremdenverkehrsbüro schlägt Ihnen zahlreiche originelle Ideen vor, für jedes Alter und für jeden Geldbeutel!
Und danke, dass Sie uns so aufmerksam zugehört haben.
Verbringen Sie noch einen schönen Tag,....
und bis bald!
35 meters hoogteverschil
  • Starthoogte : 111 m
  • Aankomsthoogte : 111 m
  • Maximale hoogte : 118 m
  • Minimale hoogte : 106 m
  • Totaal positief hoogteverschil : 35 m
  • Totaal negatief hoogteverschil : -35 m
  • Maximaal positief hoogteverschil : 6 m
  • Maximaal negatief hoogteverschil : -5 m
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